30.06.2006
Von Hitzeglocken, Elbfluten und Deutschlandflaggen
Cheeeeeese!
Deutschland schmolz am vergangenen Wochenende unter einer unerbittlichen Hitzeglocke dahin. Das bekamen auch wir auf unserem Weg nach Fliegenberg und Winsen heftigst zu spüren: die gefühlte Temperatur im Bus kratzte an der 50°C-Marke. Man zog schon die Anmeldung eines neuen Patents in Erwägung: Sauna auf Rädern.


Gegen Mittag am Samstag erreichten wir dann Fliegenberg und stellten uns nach einem soliden Mittagessen unserem ersten von insgesamten drei Auftritten. Wir sangen auf einer Hochzeit, die Christoph sehr festlich gestaltete. Ganz der große Bruder eben!


Nach der Vermählung, die durch unseren Gesang laut Meinung der Anwesenden noch schöner wurde, hieß es wieder "Hühner gesattelt!" und zum nächsten Auftritt geritten. Diesmal bei der Landesgartenschau in Winsen, auf der an jenem Wochenende insgesamt 110 (!) Chöre sangen.


Leider Gottes hatten wir das Pech, um 16:30 Uhr auf die Bühne zu müssen. Oder anders ausgedrückt: Die Zuschauerschar war wegen des Achtelfinales seeehr übersichtlich. Apropos Achtelfinale: Natürlich wurde auch der Chor von der Euphoriewelle mitgerissen, die zurzeit durch die deutschen Lande schwappt. Den Bus mit schwarz-rot-goldenen Farben geschmückt, sorgte vor allem ein Song für weltmeisterliche Stimmung: "54, 74, 90, 2006" von den Sportfreunden Stiller trällerten wir immer und überall.










Ende, Aus: Viertelfinale!
Nach dem gesanglichen Vortrag (der exakt um 16:55 Uhr endete) stürmte daher eine große Gruppe Einbecker Sänger eine Winsener Eisdiele und erklärte sie für die nächsten zwei Stunden zur nicolaischen Exklave. Und "der Rest ist Schweigen". Nein, mein lieber Shakespeare, du irrst! Denn in den folgenden zwei Stunden wurde gekreischt, gejubelt, geschrien, gebuht, gelitten und schließlich gefeiert. Der anschließende Streifzug durch die Winsener Innenstadt wurde zu einem Siegeszug der drei bekannten Farben: Deutschland, einig Flaggenland!


Der Sonntagmorgen begann so heiß wie der Samstagabend endete. Proben war angesagt, denn das große Konzert am Sonntag Nachmittag stand ja noch bevor. Keine leichte Aufgabe bei diesen Temperaturen. Doch Freud und Leid liegen bekanntlich nah bei einander. Denn die Freude - in unserem Falle eine echte Abkühlung - besorgte die Elbe für uns. Die Fliegenberger Kirchengemeinde besitzt ein wunderbares Fleckchen Erde direkt am Elbstrand. Auf diesem Fleckchen Erde steht eine massiv gebaute Holzhütte, an der wir mittags zum Grillen eingeladen wurden.


Danach machten einige Sänger Bekanntschaft mit dem kühlen Nass der Elbe, zugebener Maßen nicht ganz freiwillig. Doch bei den herrschenden klimatischen Verhältnissen war es durchaus eine willkommende Abkühlung.


Das anschließende Konzert wurde zu einer wahrhaft schweißtreibenen Angelegenheit. In schwarzer (!) Chorkleidung stellten wir einen Ausschnitt unseres Südafrika-Programms vor. Das überwiegend ältere Publikum verlangte erwartungsgemäß nach mehr Volksliedern, als es von unserer Chorleiterin vor die Wahl gestellt wurde. Doch auch unsere neuen Songs - ein zehnminütiges Medley aus dem "König der Löwen" und "Der Mann im Mond" von den Prinzen - bekamen großen Applaus.


Es war ein tolles, ein heißes Wochenende. An dieser Stelle sei noch einmal den vielen Fliegenberger Familien gedankt, die uns so herzlich aufnahmen. Und die nächste Einladung steht bereits: Zum 40. vom Brüderchen. Wir kommen gerne! (sms)


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