10.12.2006
Jugendchor St. Nicolai lässt Weihnachten klingen
»Hört der Engel helle Lieder«: Neue Weihnachts-CD vorgestellt / Teil des Erlöses geht an Themba Labantu in Südafrika



Freude bringen, weihnachtliche Stimmung verbreiten, aber auch Gutes tun möchte der Jugendchor St. Nicolai mit seiner neuen CD. »Hört der Engel helle Lieder« heißt die Sammlung von 25 Stücken. Sie wurde jetzt im Alten Rathaus vorgestellt, natürlich mit musikalischer Umrahmung durch den Chor.


Einbeck (ek). »Hört der Engel helle Lieder« ist die CD betitelt - die dritte insgesamt und die zweite Weihnachtsplatte, wie Harald Henne ausführte. Die erste Platte, »Musik überwindet Grenzen«, entstand unter dem Eindruck der USA-Reise der Gruppe. 2001 folgte »Lichterzeit«, inspiriert durch die Kerzenlichtgottesdienste, die St. Nicolai regelmäßig in der Einbecker Marktkirche gestaltet. Jetzt hat man eine Zeile aus einem bekannten französischen Weihnachtslied ausgewählt.



Mit den Liedern, ergänzte Chorleiterin Karin Salzer, wolle man anderen Freude machen, einladen, inne zu halten und die weihnachtliche Botschaft zu hören. Darüber hinaus wolle man mit der CD Hilfe geben für Menschen in Südafrika: Im August hat der Chor eine Reise dorthin unternommen und tiefgreifende
Erfahrungen sammeln können. »Schöne und traurige Eindrücke« hätten sie aus Südafrika mitgenommen, berichteten Imke Falke und Ronja Schwulera. So hätten sie die ärmsten Elendsviertel kennengelernt, in denen Hunger, Gewalt und Aids auf der Tagesordnung stehen. Im Township Philippi, einem der ärmsten Viertel von Kapstadt, hat die Berliner Mission das Gemeindezentrum Themba Labantu eingerichtet, übersetzt »Hoffnung für die Menschen«. Pastor Otto Kohlstock unterhält hier eine Suppenküche, eine Krankenstation und einen Kindergarten. Die Mahlzeit, die sie hier mittags bekommen, ist für die meisten Besucher die einzige Nahrung des Tages. Die Menschen leben in Papp- und Blechhütten, sie haben kein Brot, kein Geld, keinen Schulunterricht, keine Perspektive. Ein wenig Bildung will der Kindergarten vermitteln, und in der Krankenstation werden Aids-Kranke - acht von zehn Frauen sind HIV-positiv - bis zum Tod gepflegt. Es seien, stellten die beiden Sängerinnen fest, angesichts dieser Erfahrungen einige Tränen geflossen, alle seien sehr angerührt gewesen, es sei aber auch die Erkenntnis da gewesen: »Uns geht es richtig gut.«



Deshalb wolle man hier helfen: Ein Teil des Erlöses aus dem CD-Verkauf geht an Themba Labantu. Mitgebracht hat der Chor außerdem einen Karton voller Handarbeiten, angefertigt von Frauen aus dem Zentrum: Die Weihnachtssterne aus Perlen werden für das Projekt verkauft. Ziel der Spendenaktion ist, dass die Mission erhalten bleibt, »denn die Hoffnung beginnt jetzt.« Man wolle von Einbeck aus mithelfen, dass der einsame Einsatz von Otto Kohlstock nicht umsonst sei, ergänzte Karin Salzer.



74 Mitwirkende waren an der CD-Aufnahme beteiligt, darunter elf Instrumentalisten. Rund ein Jahr ist an der Platte gearbeitet worden. Cover und Booklet wurden von Sven-Michael Salzer gestaltet. Die Texte der 25 Stücke machen es möglich, dass man mitsingen kann: »Singen entspannt und reinigt die Seele«, so die Erfahrung der Chorleiterin.


Besonderer Dank ging an die Sponsoren, die die Produktion ermöglicht haben: Klaus Dörger, die Sparkasse Einbeck, die Volksbank Einbeck, die Firmen Dudkowiak & Diedrich sowie Martin Mattern/Otto Lampe, Wilhelm Beitzen-Heineke von Biocare, Horst Wenzel GmbH und Claus Brandt von der Mega Company, außerdem Walter Schmalzried, Rainer Schoschnik, Siegfried Kappey von der Werbegemeinschaft, Wilfried Kraus und Reisedienst Heike Muhs.


Die Sponsoren, hob Karin Salzer hervor, seien wichtig, um weiterhin Kinder- und Jugendarbeit und solche Ergebnisse zu ermöglichen. Die 60 Jugendlichen, 40 Kinder und 38 Spatzen-Sänger kommen aus 23 Ortschaften rund um Einbeck.


Einen Besuch der Ausstellung »Weihnachten beWEGt« in der Münsterkirche empfahl Ulrike Seebo, Pastorin an St. Nicolai in Hullersen, der Namensgemeinde des Chores. Und Weihnachten bewege tatsächlich, wenn auch zunächst nur fast aller Hände und Füße. Doch innerlich sei es ebenso spürbar, kaum jemand könne sich der besonderen Stimmung entziehen. Und wenn man sich von Weihnachten bewegen lasse wolle, sei das Singen eine bewährte Methode. Die Lieder auf der CD, so ihr Lob, seien schön interpretiert und klug ausgewählt. So könne Weihnachten klingen. »Danke für die viele Arbeit, die Sie dort hinein gesteckt haben.«



Enthalten sind 25 Stücke - bekannte Lieder zum Mitsingen und weniger bekannte Melodien, die aber den Weihnachtszauber gut vermitteln. »Macht hoch die Tür« findet sich ebenso wie Weihnachtslieder aus der Schweiz, dem Elsass, aus Polen, aus Ungarn, Kärnten oder aus Böhmen. »Go tell it on the mountain«, ein bekanntes Gospelstück, ist dabei, genau wie »Es ist ein Ros’ entspringen«, Joy to the world«, »Schneeflöckchen, Weißröckchen«, »Süßer die Glocken«, »Winter Wonderland« oder »White Christmas«. Mit der Vorstellung der Aufnahme krönte der Chor ein arbeitsreiches Jahr: Von Januar bis März wurde für die CD geprobt, anschließend folgte die Vorbereitung der Konzertreise nach Südafrika, und ab September stand wieder die Platten-Arbeit im Mittelpunkt.


Verkauft wird die CD bei der Einbecker Morgenpost, bei der Mega Company, in der Buchhandlung Minkner sowie in Markoldendorf in Nobys Kiosk.



Quelle: Einbecker Morgenpost. Herzlichen Dank!