01.07.2011
Zeitungsbericht zum Sommerkonzert
Musik hat einen festen Stellenwert in der Bildung
Sommerkonzert des Jugendchores St. Nicolai / Bunte Folge mit bekannten Liedern / Langjährige Mitglieder geehrt

In jedem Jugendchor ist es ja so, dass die meisten Mitglieder nach wenigen Jahren, wenn sie eigentlich erst richtig in den Chor und sein Repertoire hineingewachsen sind, aus den verschiedensten Gründen ihre Heimat und den Chor verlassen. Und so wird es eine der wichtigsten Auf gaben des Chorleiters (der Chorleiterin), immer wieder neue Mädchen und Jungen als Mitglieder zu werben, sie für den Chorgesang zu gewinnen und in den Chor einzugliedern. In Karin Salzer hat der Jugendchor St. Nicolai eine solche engagierte Chorleiterin gefunden: 1979 hat sie den Chor ins Leben gerufen; sie ist bis heute Chorleiterin, und der Chor kann sich über mangelnde Mitgliederzahlen nicht beklagen: Wenn alle beisammen sind (»Spatzenchor«, »Kinderchor« und »Jugendchor«) sind es etwa 100 Aktive.

Einbeck (D.A.). Nun bot der Jugendchor mit 40 Sängerinnen und Sängern unter Karin Salzer in der Neustädter Kirche vor gut besuchtem Haus sein diesjähriges Sommerkonzert »von Bach bis Lloyd-Webber«. Instrumentale Abstütze und klanglicher Hintergrund waren ein Streichquintett (Uta Wegener, Dr. Sabine und Lorenz Michalek, Margarete Liers und Hans-Joachim Carius) und Ellen Wolpert (Klavier); Solisten waren Sabrina Lürig, die auch als Stimmbildnerin im Chor aktiv ist (Sopran) und Tom Astein (Flöte).

Ein Gospellied singend, zogen alle Mitwirkenden nach vorn in den Altarraum und boten »ein buntes Programm«, »ein breitgefächertes Repertoire«, wie es in den einleitenden Worten hieß. Musikalische Vorstellung des Chores war eine kleine Choralkantate über die Melodie »Die güldene Sonne« von Ekkehard Nickel: Die drei Komponenten Chor, Instumentengruppe und Solisten (vokal und instrumental) waren gut erkennbar: Die helle Flötentongirlande schwebte über den Chorstimmen, Klavier und Bass boten den Hintergrund.
Neben bekannten Komponisten wie Bach, Brahms, Lloyd-Webber und Elgar fanden sich auch wenig oder kaum bekannte Namen im Programm: Stein, Erdlen, Williams oder Herzog.
Auch neben den allbekannten Meistern gibt es, wie der Chor deutlich machte, Unbekanntes, das durchaus hörenswert ist. So eine Psalmkomposition »Lobe den Herrn, meine Seele« von Carl Stein (1824 bis 1902), die hervorgehoben sei: In der eingängigen Tonsprache des 19. Jahrhunderts erklang das helltönende Gotteslob des Alten Testamentes.
In einer Vertonung des Psalmes vom guten Hirten wechselten Chor und Sopransolo.
Mit einem der bekanntesten und beliebtesten Bachchoräle, dem »Jesu bleibet meine Freude« aus der Kantate 147, schloss der erste Programmteil:
Der vierstimmige, in Teilabschnitten gesungene Choralsatz und die eingängigen Zwischenspiele der Instrumente fügten sich zu einer gut aufeinander abgestimmten Einheit.

In einer bunten Folge bekannter Volks- und Wanderlieder (»Auf, du junger Wandersmann«, »Wer recht in Freuden wandern will«, »Wem Gott will rechte Gunst erweisen«) wurden auch die Konzertbesucher mit einbezogen, so dass der ganze Kirchenraum zum Klang werden konnte. Ein umfangreiches »Medley« aus Lloyd-Webbers »Phantom der Oper« schloss sich an, eine Folge der mehr oder weniger bekannten Melodien, die im Wechsel der hellen Jugendstimmen erklangen. Aus der weiteren Reihe der Lieder sei noch Brahms’ inniges »Guten Abend, gute Nacht« hervorgehoben, das zwischen Chor und Sopransolo aufgeteilt war. Mit Elgars »Land of Hope and Glory«, dem ein neuer, auf den Chor bezogener, deutscher Text unterlegt war, und an dem alle, der Chor, die Instrumente und die Konzertbesucher beteiligt waren, schloss das mit reichem Beifall bedachte Konzert.

Dass Musik zur Bildung gehört und ihren
festen Platz haben muss, hatte der »Deutsche Musikrat« in seinem diesjährigen Motto gefordert: Der Jugendchor St. Nicolai hat deutlich gemacht, mit welcher Freude Jugendliche unter engagierter Leitung dabei sein können.

Im Rahmen des Konzerts wurden langjährige Mitglieder ausgezeichnet: Seit zehn Jahren ist Nadja Pastrick im Chor. Sie begann 2001 im Spatzenchor und hat danach alle Stationen durchlaufen:
Spatzen- und Kinderchor und Aufbaugruppe. Sie spielte vor drei Jahren in der »Käsebande« mit. Ebenfalls seit 2001 ist Ronja Schwulera dabei.
Sie war mit dem Chor in den USA, außerdem mit einigen Mitgliedern in der Partnergemeinde Trappe. Auch die Konzertreise nach Südafrika hat sie miterlebt. In »Max und die Käsebande« überzeugte sie als Antje Edamer, wofür sie extra den holländischen Dialekt einübte. Beide Sängerinnen erhielten Urkunden vom Chorverband.

Seit 15 Jahren sind Imke Falke, Natascha Elligsen und André Stahlmann im Chor aktiv. Imke Falke ist 1995 im Kinderchor eingestiegen. Die Lauenbergerin hat die großen Chorreisen nach USA und Südafrika mitgemacht. Natascha Elligsen und André Stahlmann, beide aus Rotenkirchen, haben mit fünf Jahren im Spatzenchor begonnen. André hat zweimal die USA bereist, und er war mit in Südafrika. Natascha war auf der Südafrika-Tour dabei. Auch ihnen dankte Karin Salzer für das langjährige Engagement, zumal sie Ausbildungen
außerhalb von Einbeck beginnen beziehungsweise begonnen haben.

Quelle: © Einbecker Morgenpost vom 23.6.2011
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