USA-Reise 2002
Basilica Of National Shrine in Washington, D.C.
"Das war vielleicht cool, einfach super" so war die Ansicht aller Teilnehmer nach der Rückkehr in der Sprache der Jüngsten, Elisa und Jennifer, beide 11 Jahre alt. Und es stimmte tatsächlich alles: das Wetter, die Herzlichkeit der Gastgeber, die gute Aufnahme der Konzerte durch eine meist große Zuhörerschaft, die Unterbringung in den Familien, die Besichtigungsprogramme in Washington D.C. und Richmond / VA und nicht zuletzt die Tage in Florida in einem Hotel mit Swimmingpool, von wo es jeden Tag in einen anderen Park der Walt Disney World ging. So kamen alle Mitglieder und Begleiter des Jugendchores St. Nicolai nach zwei Wochen in den USA während der Herbstferien zwar müde, aber voller Begeisterung und voll von schönen Erinnerungen ins herbstlich kalte Einbeck zurück.

Gestartet war man am Freitag, 27.9.2002 früh um 6.00 Uhr mit einem Bus zum Frankfurter Flughafen. Nach dem umständlichen Einschecken und der noch umständlicheren Sicherheitskontrolle (manche mussten sogar die Schuhe ausziehen!) saßen alle zusammen im Flugzeug des Fluges UA 917 von Frankfurt nach Washington/Dulles.

Eine lange Vorbereitungszeit war vorausgegangen. Nicht nur Gastgebergemeinden, Busunternehmen, Kirchen für die Auftritte, Hotels, Mietwagen, Reiseführer und vieles mehr waren gefunden und angeschrieben worden, hatten eingeladen, Verträge geschickt, Vorauszahlungen gefordert und erhalten, auch das Konzertprogramm war einstudiert und Urlaub genommen worden, da geschah der Terrorakt vom 11.9.01 und alles musste storniert werden! Die Reise wurde um ein Jahr verschoben. Aber das hieß, die Vorauszahlungen "valid" zu erhalten, in den Gemeinden neue Gastgeber zu finden und zuhause neue Chormitglieder zu trainieren, denn etliche schieden aus verschiedenen Gründen in der Zwischenzeit aus. Ein zusätzliches Vorbereitungsjahr war durchzuhalten und durchzuführen. Dann hing plötzlich wieder alles an einem seidenen Faden, als die Chorleiterin Karin Salzer schwer erkrankte, aber glücklicherweise durch besondere Fürsorge eines Einbecker Arztes bis zum Termin wieder reisefähig war.

An diesem Tag lag das hinter den 41 Teilnehmern. Es war alles gemeistert, keiner hatte seinen Pass vergessen, man freute sich auf die kommenden Tage und genoss den ruhigen Flug.

Am Dulles Airport war die Gruppe schnell durch Pass- und Zollkontrolle. Aber kein Bus war am Ausgang. Man wartete, die Flughafen-Information wurde eingeschaltet, der Busfahrer ausgerufen, die Firma angerufen, endlich wurde "Shaffer-Tours" gesichtet: Der Bus hatte nicht parken dürfen und daher das Flughafengebäude immer wieder umkreist. Mit einer Stunde Verspätung war der Chor dann in Damascus (Maryland), wo Pastor Walter Edmonds mit Gemeindegliedern der United Methodist Church (DUMC) die müden Krieger herzlich in Empfang nahm, es war zwar erst 18.00 Uhr Ortszeit, aber immerhin schon 24.00 MEZ. Auf beiden Seiten feierte man fröhliches Wiedersehen, denn hier war der Jugendchor 1996 schon einmal gewesen.

Das Wochenende in Damascus verging viel zu schnell. Ein Ausflug in die kleine alte Museumsstadt "Harpers Ferry", Stellprobe und ein Konzert in der Kirche füllten den Samstag aus. Das Konzert war gut besucht und der Chor wurde mit viel Beifall bedacht. Die Chorleiterin Karin Salzer und die Pianistin und Organistin Ellen Wolpert erwiesen sich als ein hervorragendes Team, den Chor zu guten Leistungen zu motivieren. Besonderen Beifall fand der "Quiz", Variationen zum Lied "Die Vogelhochzeit" (Mitwirkende als Solisten Annika Gauß, Flöte, Lea Wolpert, Violine und Sven-Michael Salzer, Bariton), bei dem Komponisten oder musikalische Stilrichtungen erraten werden sollten. Am Sonntagmorgen sang der Chor zusammen mit dem Jugendchor und dem "Glockenchor" (Bell Choir) der DUMC in zwei Gottesdiensten um 8.15 und 11.00 h, dazwischen gab es Brunch im Speisesaal des Gemeindehauses.

Zufällig wurde am Sonntagnachmittag das Musical "Sound of Music" vom Theaterverein Damascus aufgeführt, aus dem der Jugendchor den Song "Edelweiß" - den viele Amerikaner für ein deutsches Volkslied halten - in sein Konzertprogramm übernommen hatte. Kurz entschlossen wurde die am Abend vorher ersungene Kollekte für den Eintritt zu diesem Stück verwendet, Karten waren noch zu haben. Auch wenn das Musical in Englisch dargeboten wurde, verstanden doch alle, worum es ging, nämlich die Vorgeschichte zur Flucht der Trapp-Familie aus Österreich in die USA während des 2.Weltkrieges. Der Sonntag klang aus mit gemeinsamen Spielen der Kinder und Jugendlichen. Damit war zum Bedauern von Gästen und Gastgebern das Wochenende schon wieder vorbei. Aber die beiden Jugendchor-Leiter Walter Edmonds und Karin Salzer haben bereits ein Wiedersehen in drei Jahren in Europa verabredet.